Wie man mystische und märchenhafte Stimmung in Bildern aufbaut

„Das macht alles Photoshop.“ Das glauben zumindest viele.

 

Ich denke allerdings nicht, dass Photoshop alleine ein Bild mystisch oder märchenhaft erscheinen lassen kann, wenn das Foto out of Cam nicht danach aussieht.

Viel wichtiger ist es doch, sich vor dem Shooting selbst schon Gedanken zu machen, was einem Bild denn eigentlich diesen Hauch von Mystik verleiht. Und da möchte ich gleich ansetzen.

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Bevor ich für ein freies Projekt überhaupt ein Model kontaktiere, überlege ich mir schon, was in meinem Bild zu sehen sein soll und was es dann transportieren soll.

Wenn ich in die mystische Richtung gehen will, ziehe ich meinem Model keine Alltagskleidung an. Aufwendige Kleider sind für mich deshalb schon fast eine Voraussetzung.

Nicht zu vergessen: die Lichtstimmung.  Wenn diese nämlich von vorn herein nicht passt, wird es schwer Mystik mit Photoshop zu transportieren.

 

Die Bildidee muss einfach stimmen!

Wahrscheinlich wird es recht schwer ohne eine konkretere Idee eine mystische und märchenhafte Stimmung aufzubauen. Ein Model in den Wald zu stellen ergibt für mich noch keine außergewöhnliche Stimmung.  Ich mache mir deshalb immer vorher Gedanken: Nehmen wir gleich das Beispiel mit dem Model, eine Frau im Wald. Was macht sie dort? Sucht sie etwas? Wird sie gejagt? Macht sie eine ungewöhnliche Begegnung mit einem Tier, einem Menschen oder einem anderen Wesen?

Eine gewisse Situation kann mit Sicherheit Mystik erzeugen. Und darauf sollte man unbedingt achten!

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Mystik entsteht für mich nicht in Photoshop alleine, sondern schon viel früher!

  • Welches Outfit?
  • Welche Location?
  • Welche Lichtsituation?
  • Welche Idee/Szene?

 

 

 

Darüber MUSS man sich einfach Gedanken machen.

Um es in einem Beispiel anschaulicher zu gestalten – bei meinem freien Projekt mit Sarah Passian bin ich folgendermaßen vorgegangen:

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(Foto: Unleashed Moments)

 

Um den Herbst mit seinen tollen Farben einzufangen und Mystik in die Bilder zu bringen, habe ich mir vorher schon Gedanken gemacht.

Damit die Farben des Herbstes  richtig toll zur Geltung kommen, brauchte ich also eine geeignete Location. Ganz in meiner Nähe befindet sich ein wunderbarer Laubwald, der mit seinem kräftigen Rot einfach sofort verzaubert. Die Location war also schnell gefunden.

 

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(Foto: Unleashed Moments)

 

Wichtig ist mir allerdings immer, dass auch die Lichtsituation passt. Diese sollte man für märchenhafte und mytische Aufnahmen nämlich unbedingt im Blick haben. Mein Tipp also: fotografiere nicht direkt mit der Sonne im Rücken. Achte darauf, dass das Bild nicht zu platt wirkt. Wie macht man das am besten? Mit Gegenlicht. Ich liebe es mit Gegenlicht zu fotografieren. Das heißt, die Sonne leuchtet das Model von hinten, bzw. leicht seitlich von hinten an. Als Fotograf hast du die Sonne also im Gesicht 😉 Um trotzdem genügend Details im Bild zu haben, empfehle ich einen Reflektor zu verwenden. Organisiere dir dafür unbedingt einen Helfer, der den Reflektor hält.

 

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(Foto: Unleashed Moments)

 

Das Outfit darf natürlich nicht fehlen. Um die Szene märchenhaft werden zu lassen, habe ich ein tolles Kleid organisiert und dem Model von einem verwelktem Blumenstrauß noch das Schleierkraut und einzelne kleine Blumen ins Haar gesteckt.

 

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(Foto: Unleashed Moments)

 

 

Fehlt zu guter Letzt also „nur“ noch die Idee.

 

Und das finde ich immer sehr wichtig. Ein Bild ohne jegliche Idee dahinter sagt bei inszenierter Fotografie meistens bei weitem nicht so viel aus, als ein gut durchdachtes.

 

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(Foto: Unleashed Moments)

 

Wer meine Bilder kennt, der weiß, dass ich sehr häufig mit echten aber auch oft „digitalen“ Tieren arbeite. Digital darum, weil ich sie gerne im Nachhinein in Photoshop einfüge. Leider geht es nicht immer solche Tiere real ins Shooting zu integrieren. Hierzu habe ich auch schon einen Blogpost verfasst.

Falls dich interessiert, wie ich das mache: LINK

In diesem Shooting wollte ich Sarah als eine Art Waldfee darstellen. Darum ist mir von Anfang an schon eine Szene mit Reh durch den Kopf gegangen. Was wollte ich also genau im Bild festhalten:

Eine Waldfee steht gemeinsam mit einem Reh im Wald auf einer Lichtung. Während dem  Blumenpflücken richtet sich ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes im Wald. Ihr Blick sollte also auch dementsprechend leicht suchend wirken.

So eine Idee/Szene kann man natürlich noch viel weiter ausschmücken. Meistens reicht es aber schon sich im Kopf ein kleines Szenario auszudenken. Dies muss nicht all zu weit gesponnen sein.

 

Dies ist nun also mein Foto out of Cam:

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Und mein finales Bild sieht nach der Bearbeitung so aus:

 

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Natürlich ist bei diesem Bild die Bearbeitung im Nachhinein auch sehr wichtig, keine Frage. Es ist wirklich ein großer Teil davon.

Aber wie du an diesen Fotos hier sehr gut sehen kannst, gibt schon alleine das ganze „drum herum“ (also schon ganz ohne die Bearbeitung) den Fotos einen großen mystischen Faktor:

(alle drei Bilder kamen so aus der Kamera, sind also unbearbeitet)

 

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Für dich also nochmal konkret zum Überblick. Mache dir besonders über diese vier Sachen ausreichend Gedanken im Vorhinein:

  • Outfit
  • Location
  • Lichtsituation
  • Idee/Szene

Wenn du diese vier Dinge planst, bin ich mir sicher, dass auch du deine Idee soweit ausbauen kannst, dass ein richtig tolles, mystischen Bild ensteht.

Und wie gesagt: Natürlich kann man die Mystik anschließend in Photoshop gut steigern. Doch soll auf Vieles einfach schon im Vorhinein geachtet werden.

So steht einem mystsischen und märchenhaften Bild meiner Meinung nach nichts mehr im Wege.

 

Übrigens! Wenn du das Making-Of Video zum Shooting mit Sarah sehen möchtest, erhälst du hier gerne den LINK

 

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